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Freizeit sinnvoll nutzen

von Martin Siemer

Im Schulgarten der Grundschule Dötlingen hilft seit einem dreiviertel Jahr Birgit Abel aus

Von Martin Siemer

Dötlingen. Seit dem vergangenen Herbst kümmert sich Birgit Abel ehrenamtlich um den Schulgarten der Grundschule Dötlingen an der Karkbäk. „Ich hab ja viel Freizeit und wollte etwas sinnvolles machen, nichts, was traurig macht“, erzählt die 68-Jährige auf dem Schulhof der Grundschule. Schließlich sei sie seit drei Jahren verwitwet. Über die Freiwilligenagentur Misch-Mit aus Wildeshausen kam der Kontakt zur Schulleiterin Melanie Kahnt- Bock zustande.

„Ich habe selber keine Kinder und keine Enkelkinder. Da hatte ich schon Zweifel, ob das mit den Kindern klappt“, erzählt Abel. Und so verwundert es nicht, wenn Schulleiterin Melanie Kahnt-Bock über die erste Zeit der 68-Jährigen an der Schule berichtet: „Am ersten Tag war sie noch sehr zurückhaltend, aber schon am zweiten Tag war das Eis gebrochen.“ Denn sowohl Schüler als auch die Lehrer haben Birgit Abel sehr schnell lieb gewonnen, wie Kahnt-Bock es umschreibt.

Die Dötlingerin, die seit 40 Jahren in der Gemeinde lebt, hat sich völlig in den Schulalltag eingefügt. Auch wenn die Corona-Pandemie die ehrenamtliche Arbeit deutlich ausgebremst hat. „Im Herbst standen vor allem Aufräumarbeiten auf dem Plan“, erzählt Abel. Laub wurde zusammengeharkt, Holz aufgestapelt, der Geräteschuppen aufgeräumt. Immer dabei, die Schüler der Schulgarten-AG.

Als es dann im Frühjahr richtig losgehen sollte, kam Corona. Die Schule wurde geschlossen, die AG fand nicht mehr statt. Auch jetzt, nachdem der Schulbetrieb langsam wieder anläuft, läuft die Arbeit im Garten nur eingeschränkt. Die Schüler werden täglich wechselnd unterrichtet. Die AG ruht immer noch. „Wir kümmern uns jetzt im regulären Unterricht um den Schulgarten“, berichtet Caroline Schütte, Obfrau für den Garten. Aktuell müssen Unmengen an Schreddergut verteilt werden. „Die Kinder haben Kartoffeln gepflanzt“, beschreibt Schütte eine weitere Aufgabe. Kürbisse und Tomatenpflanzen seien auch schon in der Erde.

Caroline Schütte freut sich besonders über den Einsatz von Birgit Abel im Schulgarten. „Wenn man mit vielen Kindern im Schulgarten arbeitet, dann kann man nicht überall seine Augen haben“, sagt die Obfrau. Doch eigentlich ist Abel nur an einem Tag für wenige Stunden im Einsatz. Bei Bedarf kommt sie allerdings auch am nächsten Tag wieder, wenn eine Arbeit noch nicht erledigt ist. Oder sie übernimmt spontan auch mal andere Aufgaben.

Kein Ersatz für Hauptamtliche

„Das sprechen die Einrichtungen und die Ehrenamtlichen individuell ab“, weiß Thorben Kienert von der Freiwilligenagentur Misch- Mit. Wichtig sei dabei, dass der Ehrenamtliche nicht ausgenutzt werde oder dessen Arbeit gar eine hauptamtliche Stelle ersetze. Das ist bei der Grundschule in Dötlingen aber überhaupt nicht der Fall. Birgit Abel geht völlig in der ehrenamtlichen Arbeit mit den Kindern auf. Und der Schulgarten bedarf noch viel Zuwendung. Denn er ist Bestandteil für die erneute Bewerbung als Umweltschule in Europa. Schon mehrfach hat die Grundschule Dötlingen diese Auszeichnung erhalten. Bei der aktuellen Bewerbung geht es um den „Insektenfreundlichen Schulgarten“ und um die „Plastikfreie Schule.“ Es gibt also noch viel zu tun für Birgit Abel und die Grundschüler.

Thorben Kienert freut sich über die gelungene Zusammenarbeit. Auch wenn die Freiwilligenagentur erst seit fast vier Wochen wieder im Normalbetrieb arbeitet. „Seit Mitte März haben wir nur einen Notbetrieb aufrechterhalten“, schildert Kienert die Corona- Auszeit. Die Mitarbeiter hätten vor allem Homeoffice gemacht. Zu den Öffnungszeiten war die Agentur am Mühlendamm nur mit einem Ansprechpartner besetzt.

Zu erledigen gab es dennoch einiges. So bekam Misch-Mit von zwei Unternehmen 5000 OP-Masken und 150 FFP2-Masken zur Verfügung gestellt. Verbunden mit dem Wunsch, diese an Einrichtungen und die Ehrenamtlichen zu verteilen. „Innerhalb von vier Wochen haben wir 4000 Masken verteilt. Die übrigen gehen jetzt raus“, sagt Kienert.

Die Aktion sei auch eine gute Gelegenheit gewesen, in der Corona-Zeit mit den verschiedenen Einrichtungen und vor allem auch mit den Ehrenamtlichen in Kontakt zu bleiben. Denn die beiden Beratungsstellen in Ahlhorn und Sandkrug waren komplett geschlossen. Inzwischen sind alle Anlaufstellen wieder geöffnet. Und die Freiwilligenagentur verzeichnet einen guten Zulauf. „Wir sind recht zufrieden, wie es jetzt wieder anläuft“, sagt Thorben Kienert.

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