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von Martin Siemer

Neuer Investor hat im Fachausschuss Pläne für den Gewerbepark Wildeshausen-West vorgestellt

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Es hat den Anschein, als könnte der unendlichen Geschichte des Industriegebietes Wildeshausen-West doch noch ein Happy End beschieden sein. Ein neuer Investor hat jüngst im Ausschuss für Finanzen, Controlling und Wirtschaft des Wildeshauser Stadtrates seine Pläne vorgestellt. Auf dem rund 26 Hektar großen Areal an der Anschlussstelle Wildeshausen-West der Autobahn 1 will die Stuttgarter Nanz-Gruppe einen Autohof samt Hotel und Wasserstofftankstelle errichten. Weitere Industrie- und Gewerbeflächen sollen Wildeshauser Unternehmen angeboten werden, die ihren Firmensitz innerhalb der Stadtgemeinde verlagern und erweitern wollen.

Peter Hilken vom Projektentwickler Interrast aus Stuhr-Brinkum nannte im Ausschuss ein Investitionsvolumen von 18 Millionen Euro. Die Interrast betreut nach Hilkens Angaben das Projekt bis zur Baureife, dann übernimmt die Nanz-Gruppe die Umsetzung. „Eigentlich braucht Deutschland keine Autohöfe mehr, der Markt ist gesättigt“, sagte Hilken. Dennoch verspreche sich die Nanz- Gruppe von ihrem Konzept einen Erfolg. „Es geht uns nicht nur um den Autohof, es geht um das gesamte Gebiet. Das wollen wir gemeinsam mit der Stadt Wildeshausen entwickeln“, betonte Hilken. So beabsichtige der Investor nicht, lediglich zwei oder drei Logistiker anzusiedeln: „Große Hallen mit wenigen Menschen finden sie entlang der A 1 zu Genüge.“ Vielmehr soll es in Wildeshausen eine Mischung unterschiedlicher Betriebe geben, die mit Arbeitsplätzen verbunden sind. Deshalb soll auch ein Großteil der Flächen für örtliche Betriebe vorgehalten werden.

Die Kaufverträge für die benötigten Grundstücke würden derzeit ausgehandelt. Allerdings beinhalten auch sie, wie beim vorherigen Investor Harro Taube, aufschiebende Bedingungen. Dazu gehört unter anderem die Rechtskraft des notwendigen Bebauungsplanes. Wann diese gegeben ist, ist zurzeit fraglich. Denn bei den Anwohnern des künftigen Gewerbeparks regt sich erheblicher Widerstand. Sie haben bereits eine Interessengemeinschaft gegen das Industriegebiet gegründet und hatten seinerzeit alleine 36 Einwendungen gegen die Änderung des Flächennutzungsplans eingereicht. Zudem kündigten sie rechtliche Schritte gegen die Bauleitplanungen an.

Peter Hilken nannte im Ausschuss auch einige Details zur ökologischen Ausgestaltung des Autohofs und des Gewerbeparks. So sollen die Erschließungsstraßen mit Bäumen gesäumt und mit offenen Seitengräben versehen werden. In diesem Zusammenhang sprach er von Dachbegrünungen ebenso wie von Photovoltaikanlagen, aus denen die Ladestationen für E-Fahrzeuge gespeist werden sollen. Zum Konzept des Autohofs gehört auch ein Hotel mit 76 behindertengerechten Zimmern. Wobei die Nanz-Gruppe bei der Kundschaft nicht auf Pauschalurlauber, sondern auf Geschäftsreisende wie Monteure und Dienstleister setzt.

Begonnen werden soll mit der Realisierung, sobald die Bebauungspläne rechtskräftig sind. Der geplante Sandabbau soll in einem Zeitraum von vier Jahren erfolgen. Zu Beginn der Planungen war man bei dieser Frage noch von zehn Jahren ausgegangen. Hilken hält das allerdings für nicht realistisch: „Wir werden den Abbauplan so gestalten, dass umsiedlungswillige Unternehmen schnell auf das Gelände können“, will er aufs Tempo drücken. Gegebenenfalls müsse der abgebaute Sand zwischengelagert werden, um den Zeitplan einhalten zu können. Hilken rechnet hier mit bis zu 1,8 Millionen Kubikmetern. Nun ist die Wildeshauser Politik am Zug: Sie muss die entsprechende Bauleitplanung auf den Weg bringen.

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